Tatortreiniger: Was benutzen sie an Reinigungsmitteln?

Nach einem Verbrechen, einem Suizid oder einem Unfall bedarf es eines Tatortreinigers. Einfache Reinigungskräfte haben weder die Erfahrung noch die richtigen Reinigungsmittel, um Blut, Gewebereste, Körperflüssigkeiten und Gerüche hygienisch zu beseitigen. Tatortreiniger sorgen dafür, dass keine Rückstände, Spuren und Ungeziefer bestehen bleiben. Wie die Arbeit eines Tatortreinigers aussieht, welche Reinigungsmittel und Geräte verwendet werden, ist in diesem Ratgeber nachzulesen.

Die Ortsbegehung der Tatortreiniger

Foto von Christian Lue@Unsplash

Nachdem die Absperrung des Tatorts und der Abtransport der leblosen Person erfolgt ist, können die Tatortreiniger mit den ersten Schritten loslegen. Wichtig dabei ist, dass die Tatortreiniger bestimmte Sicherheitsvorkehrungen beachten; wie das Tragen von Schutzkleidung. Durch das längere Liegen einer Leiche bilden sich nicht nur starke Gerüche, sondern auch Ungeziefer und Krankheitserreger. Der erste Schritt ist immer die Erkundung des Tatorts und der betroffenen Räume. Hier können die Tatortreiniger sich einen Überblick verschaffen und die weitere Vorgehensweise festlegen.

Die Reinigung des Tatorts

Als erstes erfolgt die Desinfektion des Fundorts der Leiche mit dem Fogger-Verfahren. Wie der Name sagt, handelt es sich dabei um ein „Nebel-Verfahren“. Mit einem thermischen Vernebler wird eine desinfizierende Flüssigkeit zu Nebel zerstäubt, womit die Räume durchflutet werden. Dieser Nebel kann in jede Pore und Ritzen der Räume durchdringen und gilt daher als besonders effektiv.
Auch die Schädlingsbekämpfung oder auch Entwesung spielt bei der Tatortreinigung eine Rolle. Dafür kommen hochwirksame Mittel zum Einsatz, die biologisch abbaubar sind. Dies ist wichtig, damit die Räume nach der Schädlingsbekämpfung wieder bewohnbar sind. Befallene und unbrauchbare Gegenstände werden nach Richtlinien des Bundesseuchengesetzes verpackt und entsorgt.

Intensivreinigung der Wohnung

Mit Spezialreinigern wird die Wohnung gründlich gereinigt, das gilt vor allem für Wände, Böden und Teppiche, sofern diese noch verwendbar sind. Ein großes Problem stellt der Leichengeruch da, denn diesen bekommt man nicht mit einfachem Lüften weg.
Zum Einsatz kommen hier Ozongeneratoren, diese filtern die Luft und reinige sie von bakteriellen Belastungen. Mit diesem Verfahren erreicht man eine Geruchsneutralisation innerhalb von 48 Stunden.

Nicht jede Belastung des Fundorts ist sichtbar

Manche Leichen liegen sehr lange am Fundort, sodass der Zersetzungsprozess begonnen hat. Dadurch können Belastungen in der Bausubstanz entstehen, die mit bloßen Augen nicht erkennbar sind. Deswegen wird von der Tatortreinigung aus Mainz ein spezieller Heißdampf eingesetzt, auch Hotfogg-Verfahren genannt. Der heiße Dampf dringt tief in die Baustoffe vor, sodass Schadstoffe und Bakterien verschwinden.
Wenn die Leiche lange Zeit unbemerkt in der Wohnung lag, kann es besser sein, Tapeten und Bodenbeläge komplett zu entfernen. So können Bakterien besser entfernt werden und das Risiko einer unbemerkten Ausbreitung wird verringert.

Räume nach Tatortreinigung uneingeschränkt nutzbar

Nach einer professionellen Tatortreinigung ist die Wohnung geruchsneutral, desinfiziert, sauber und frei von jeglichen Spuren. Krankheitserreger sind nicht mehr zu fürchten und die Wohnung kann wieder vermietet oder verkauft werden. Dank spezieller Reinigungsverfahren und Geräte bleibt die Bausubstanz erhalten.
Eine Tatortreinigung findet nicht nur in privaten Wohnungen und Häusern statt, sondern auch öffentliche Einrichtungen sowie Unternehmen können den Service eines Tatortreinigers nutzen. Verbrechen und Unfälle passieren nicht nur Wohnungen oder Büros, sondern auch in Bussen oder Zügen kann sich ein Unglück ereignen. Deswegen gehört eine Zugreinigung oder Busreinigung von innen und außen in solchen Fällen mit zum Aufgabenbereich einer Tatortreinigung.

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